Herkunft des Schweinefleisches

Was ist das Besondere an diesem Schweinefleisch?

Folgende Voraussetzungen müssen gegeben sein, damit der hohe Qualitätsstandard erreicht wird:

  • Die Schweine müssen im französischen Südwesten geboren und aufgezogen werden, und zwar in den drei Regionen Aquitaine, Midi-Pyrénées oder Poitou-Charente.
  • Es darf ausschließlich hochwertiger Zahnmais verfüttert werden; dieser Mais muss entweder aus eigener Erzeugung der Zuchtbetriebe oder von den Getreideerzeugern in der unmittelbaren Umgebung stammen (nach dem Prinzip der Maisfütterung in der Schweinehaltung).
  • Das Schlachtgewicht der Tiere muss bei etwa 120 kg liegen (d.h. leicht höher als im französischen oder europäischen Durchschnitt).

In Frankreichs Südwesten hat die Schweinezucht und der Zahnmais-Anbau eine große Tradition, wie Überlieferungen aus Literatur und Volkskunst sowie einschlägige Aufzeichnungen zeigen.

Portal der Kathedrale von Oloron aus dem Jahre 1120

ZoomAuffüllen des Maislagers während der Ernte

ZoomTypisches Maislager

Diese doppelte Tradition hat sich bis in die heutige Zeit fortgesetzt. Im Schnitt liegt die jährliche Produktion in Südwestfrankreich bei etwa 1.700.000 Schweinen und 6.050.000 Tonnen Zahnmais.

Merkmale des Schweinefleisches aus Südwestfrankreich

Das Fleisch der Schweine aus Südwestfrankreich ist zart und saftig und hat einen intensiven Eigengeschmack. Darüber hinaus zeichnet es sich durch seine besonderen physikalisch-chemischen Eigenschaften aus:

  • Hoher Anteil an ungesättigten Fettsäuren(ca. 60%):
    einfach ungesättigte Fettsäuren (ca. 45%), überwiegend in Form von Ölsäure, die eine ähnlich positive Auswirkung auf die Gesundheit haben wie Olivenöl:
    - Senkung des „schlechten Cholesterins" (LDL)
    - Erhöhung des „guten Cholesterins“ (HDL) mit Gefäßschutzfunktion.
    Mehrfach ungesättigte Fettsäuren (ca. 15%), überwiegend in Form von Linolensäure C18:2 (Omega 6), die eine wichtige Funktion für den menschlichen Organismus hat, da sie diese nicht selbst herstellen kann; sie kommen sowohl im Unterhaut- als auch im Muskelfett vor.
  • Niedriger Gehalt an gesättigten Fettsäuren (ca. 40%), die den Bluthochdruck begünstigen
  • reich an Eiweiß
  • reich an Vitamin E.

Durch die Fütterung der Schweine mit Zahnmais aus der Region erhält  das  Schweinefleisch seine günstigen Nährwert-Eigenschaften.

Seit jeher war Zahnmais das Hauptfuttermittel für die Schweine im französischen Südwesten

Der Bayonner Schinken - ein Produkt von internationalem Rang aus der Schweinezucht des französischen Südwestens

Die Bayonner Schinken GGA werden ausschließlich von Tieren aus südwestfranzösischer Aufzucht hergestellt.

Die Schlachtkörper der Schweine werden komplett verarbeitet für :

  • Frischfleisch und Frischwurst
  • gekochte Wurstwaren wie Pasteten, Blutwurst, Andouilles, Schweine-Confit
  • gepökelte Ware, insbesondere Bayonner Schinken GGA, Dauerwurst, Bauchspeck (flach und gerollt).

Europaweiter Schutz beantragt


Charakteristisch für die Fleischproduktion aus dem französischen Südwesten ist die Doppeltradition auf der Basis von schwereren, mit Mais gefütterten Tieren.

Unter der Markenbezeichnung „Porc Frais d’Origine Sud-Ouest“, die 1999 eingeführt wurde, erfreut sich das Produkt bei den Verbrauchern großer Beliebtheit.

Der Antrag auf europaweiten Schutz der Ursprungsbezeichnung GGA wurde bereits eingereicht.


Im Hinblick auf die Schutzwürdigkeit der besonderen Zuchtmethoden und zwecks Kennzeichnung der Produkte im Vertrieb wurde ein Antrag auf Schutz der Herkunftsbezeichnung  "Schweinefleisch aus Südwestfrankreich" gestellt.
Die Bezeichnung "Schweinefleisch aus dem Südwesten" wird bereits seit  1989 in den Lastenheften des Label Rouge verwendet.